Kurzinfo Stoffwindeln


Viele Eltern die mit dem Wickeln mit Stoffwindeln beginnen wollen stehen erstmal etwas verwirrt der mittlerweile großen Vielfalt an Windeln gegenüber. Was brauche ich, was ist notwendig, was nehme ich??? 

Die Auswahl der Stoffwindeln hat sich wirklich in den letzten Jahren erfreulicherweise enorm vergrößert, ist geradzu riesig geworden. Es sind nicht mehr nur die klassischen Mullwindeln sondern eine ganz große Vielfalt an Stoffen und Schnitten und Verschlüssen etc. Wir selber haben mittlerweile mit Hilfe von unseren Kindern weit über 30 unterschiedlicher Windeln ausprobiert. Einges nur ganz kurz (das kam dann für uns überhaupt nicht in Frage), andere länger, manche begeisterten uns am Anfang und dann liess die Begeisterung nach und bei einigen war es auch genau umgekehrt. Am Anfang ein "Hm, na ja" und dann war es ganz toll.

Viele Informationen und Anleitungen und auch Windelbewertungen finden Sie hier bei www.naturwindeln.de

Und hier eine kleine Übersicht bei uns:

Faltwindeln

  • Rechteckige Windeln aus Mull oder Frotteestoffen wie z. B. Mullwindeln von disana oder kbA Baumwolle von Lenya, zu verschliesen mit einem Snappi, Überhosen: Schlupf oder Kletthosen aus Wolle oder Mikrofaser. Faltanleitungen gibt es z. b. bei www.naturwindeln.de.
  • Strick- oder Bindewindeln: die bebilderte Faltanleitung und Anlegeweise wurde uns freundlicherweise von der Firma Disana zur Verfügung gestellt, sie finden diese Anleitung hier. Geschlossen werden diese Windeln mit den angenähten Bändern oder aber mit einem Snappi. Als Überhose eignet sich fast alles, erfordert zum Teil aber etwas Geschick (Kombination Wolwikkel und Bindewindeln funktioniert, aber es muss wirklich gut darauf geachtet werden, dass der Stoff nicht unten rausschaut).
  • Systemwindeln (oder auch kalifornische Windeln genannt) sind mehrere Lagen Stoff übereinander gelegt und vernäht. Sie können diese Windeln entweder direkt in eine Kletthose einlegen und so mitsamt der Überhose schliesen oder aber auch sehr gut als Einlage (speziell über Nacht) in die meisten Windeln einlegen.
  • Eine Überhose als Nässeschutz wird immer benötigt!

Höschenwindeln, mitwachsend (Mehrgrößenwindel, Two Size) als Zwei-Höschenwindel-System:

  • Es gibt mittlerweile eine ganz große Anzahl unterschiedlichster Höschenwindeln und alle haben ihre Vor- bzw. Nachteile und was dem einem Kind passt, ist eventuell beim nächsten Kind völlig ungeignet.
  • Mitwachsende Höschenwindeln gibt es in unterschiedlichen Größen, einige Firmen beschränken sich auf 2 Größen, andere haben 3 oder mehr. Bei einigen wenigen  ist es möglich die Windeln auch schon durch das Umklappen des Vorderlatzes bei ganz kleinen Babies genutzt werden.
  • Stoffe: unglaublich große Auswahl, immer wieder neue Kombinationen, z. B. Baumwolle, Baumwolle/Viskose aus Bambus, Baumwolle/Hanf, Hanf, Viskose Bambus, Mikrofaser und und und
  • Verschlüsse:
    • mit Klett > Vorteil: leicht anzulegen, lässt sich meist recht individuell anpassen, < Nachteil: beim Waschen darauf achten, dass der Klett geschlossen wird, größere Kinder können die Windel schneller selbständig ausziehen (ob das so sein soll???)
    • mit Druckknöpfen: > fester Verschluss, trägt nicht sehr auf < Nachteil: kann bei manchen nicht wirklich passgenau angelegt werden, die Einstellungsmöglichkeiten sind begrenzt
    • mit Snappi: > sehr individuell einstellbar < Nachteil: bei sehr zappeligen Wickelmomenten kann es schon mal etwas länger dauern.
  • Diese Windeln benötigen eine Überhose.


Höschenwindel, Eingrößenwindel (One-Size) als Zwei-Höschenwindel-System:

 

  • wie der Name schon sagt: diese Windeln werden durch Falten oder umknöpfen verkleinert bzw. vergrößert
  •  Vorteil: Sie können also von Geburt bis zum Trockenwerden genutzt werden.Auch bei mehreren Wickelkindern in der Familie brauchen Sie nicht unterschiedliche Größen zu sortieren, ein Griff in die Windelschublade und es passt auf jeden Fall
  • Nachteil: die Abnutzung ist größer, da sie ja über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich genutzt werden.
  • Diese Windeln benötigen eine Überhose.

 

 

 


Pocketwindeln (als Ein-Höschen-Windelsystem)

 

  • Windeln die - meist im Rückenteil - eine Öffnung haben, in die eine Saugeinlage gesteckt wird.
  •  Eigentlich ist es nur ein bestimmter Windelschnitt, viele kennen als Pocketwindeln aber nur die kompletten Windeln wie z. B. bumGenius, FuzziBunz, Happy Heinys.
  •  Komplette Pocketwindeln sind oft folgendermassen aufgebaut: außen eine Schicht aus PUL (atmungsaktiv aber auslaufsicher), innen meist mit einer Schicht Mikrofaserfleece abgefüttert. In die Öffnung zwischen PUL und Fleece wird dann eine Saugeinlage gesteckt.
  •  Vorteil: alles komplett
  • Nachteil: das Stopfen
  • Diese Höschen benötigen KEINE Überhosen.

 

 

 

AIO = All-In-One oder Snap-In-Windel (als Ein-Höschen-Windelsystem)

  • Dies sind Stoffwindeln in Höschenform, geschnitten wie eine Wegwerfwindeln, zu schliessen entweder mit Klett oder Druckknöpfen.
  • Meist kann bei den AIO keine zusätzliche Einlage eingeschoben werden (Ausnahme: P'tit Dessous).
  • Die Snap-In-Windeln bieten aber öfter die Möglichkeit noch eine kompatible Einlage einzuknöpfen.
  • Vorteil: hervorragend geeignet für unterwegs, alles gleich dabei, für Babysitter, Kinderkrippe etc.
  • Nachteil: gibt es meist in mehrere Größen (erhöhte Anschaffungskosten), längere Trockenzeit  wenn der Saugkern eingenäht ist.
  • Diese Höschen benötigen KEINE Überhosen.
     

 

Saugeinlagen

Werden benötigt um die Saugkraft der Windeln zu verstärken.
Kleiner Hinweis: Saugeinlagen aus Mikrofasern speichern das Pipi zwischen den Fasern, d. h. bei Druck wird das Pipi sehr schnell rausgedrückt. Daher beim Tragen oder bei längerern Autofahrten oder auch in der Nacht besser noch eine weitere Saugeinlagen dazulegen. Beliebt sind auch Hanfeinlagen, da diese viel aufnehmen können. Allerdings benötigt Hanf etwas länger bis er aufquillt, daher besser unter die erste Einlagen legen.

Es gibt auch Seideneinlagen, die helfen bei wundem oder gerötetem Popo und saugen nicht auf.

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