Baumwolle
Baumwolle ist eine der beliebtesten Fasern für Textilien fast die Hälfte der gesamten Textilfasern werden aus Baumwolle hergestellt, mittlerweile werden jährlich ca. 20 Millionen Tonnen geerntet. Der Anteil der Bio-Baumwolle beträgt dabei ca. 0,1 Prozent.Baumwollstoffe sind leicht und atmungsaktiv, allerdings nicht wärmend. Baumwolle kann viel an Nässe aufnehmen, ca. 20% bevor sie sich wirklich nass anfühlt, allerdings brauchen tropfnasse Stoffe sehr lange um zu trocknen. Sie ist gut waschbar und da viele Baumwollstoffe auch kochbar sind, werden sie gerne im Bereich von Hygienetextilien wie Windeln, Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche genommen. Die Oberfläche ist meist glatt, es stehen kaum Häärchen ab, daher vertragen auch viele Allergiker Baumwollstoffe sehr gut , die Haut wird nicht gereizt.
Baumwolle lässt sich gut verarbeiten, färben, vernähen. Baumwolle verknitter zwar, lässt sich aber auch sehr heiß und feucht wieder gut glatt bügeln. Bügelleicht ausgerüstete Baumwolle ist immer chemisch behandelt / ausgerüstet.
Die Baumwollpflanze selber wird seit ca. 8000 Jahren angebaut und genutzt. Die ältesten Berichte darüber gibt es aus Mittelamerika. Es gab früher auch mehrere Arten von farbig gewachsener Baumwolle, allerdings werden heute nur noch gürne und braune Sorten angebaut. Es gibt aber Bestrebungen die alten Sorten zu rekultivieren.
Angebaut wird sie in ca. 60 Ländern weltweit, wobei die größten Produzenten USA, China, Indien und die Türkei sind. Die größten Anbauflächen für die Bio-Baumwolle befinden sich in der Türkei, USA, Indien und Peru. Allerdings nimmt die Nachfrage nach Bio-Baumwolle stetig zu.
Das strauchartige Malvengewächs hat große gelbe Blüten (ähnlich wie bei den Hibiskussträuchern) und daraus entwickeln sich große Samenkapseln. Ist die Kapsel reif, dann springt sie aus und die weißen Fasern quellen heraus.
Ursprünglich wurden diese Kapseln mit der Hand geerntet doch mittlweile wird dies hauptsächlich durch Maschinen erledigt. Um dabei so wenig wie möglich Blätter mit dabei abzureissen, werden im konventionallen Anbau die Felder vorher mit einem Entlaubungsmittel besprüht. Meist per Flugzeug. Dabei kann natürlich eine Abdrift passieren, d. h. das das Mittel dann auch woanders landet als auf dem jeweils spezifischen Feld.
Die Pflanze benötigt ein sehr warmes, trockenes Klima aber auch enorm viel Wasser. Gerade dieser Wasserdurst führt oft zur einer Absenkung der lokalen Grundwasserspiegel. Moderne Bewässerungsmethoden kann dies etwas vermindern, indem z. B. nicht die Sträucher über Wassersprenger sondern Tröpfchenbewässerung versorgt werden.
Die Samenkapsel ist giftig und schützt den Strauch gegen eine Anzahl von Schädlingen. Aber dennoch ist die Baumwolle gerade in den Monokulturen einer Reihe anderer Schädlingen ausgeestzt. Das führt natürlich zu großen Ernteausfällen und deswegen werden im konventionellen Anbau viele Pestizide und Herbizide eingesetzt. Leider werden ca. 10% aller weltweit verwendeten Pestizide nur im Bereich des Baumwollanbaus verwendet.
Im Bio-Anbau wird dies durch einen regelmässigen Wechsel der Fruchtfolge auf den Feldern vermindert, da sich die Schädlinge dann nicht so stark vermehren können. Zudem wird auf Mischkulturen geachtet, z. B. mit Erdnüssen. So wird der Boden wieder mit dem angereichert, was die Baumwollpflanze ihm entzieht.
Im Bio-Anbau werden keine Entlaubungsmittel genutzt, die Kapseln müssen per Hand geerntet werden. Das ist mühselig, aber im Grunde genommen werden dadurch auch die Fasern geschont, die Qualität ist wesentlich besser.

