Hanf



Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt, so wird sie z. B. in China seit über 10.000 Jahren angebaut.
Die Nutzung ist äusserst vielfältig: Textilien, Medizin, Nahrungsmittel, Werkstoffe, Kosmetika, Papier, .......

Bis zum großen Boom der Baumwolle war Hanf ein sehr wichtiger Rohstoff in der Textilindustrie. Aus der Pflanze wurde Stoffe hergestellt, aus den Samen das hochwertige Hanföl. Mittlerweile ist dieses in Reformhäusern auch wieder erhältlich.

Als Indien eine Kolonie Großbritanniens wurde und dadurch die Baumwolle nach Europa in großem Stile kam, verlor der Hanf immer mehr an Bedeutung.

Da Hanf weder Herbizide noch Pestizide benötigt, er ist äusserst resistent gegen Schädlinge und wächst so schnell, dass Unkraut sowieso keine Chance hat durchzukommen, ist er im Anbau schon extrem umweltfreundlich. Und schlägt damit Baumwolle um Längen, ebenso im Wasserverbrauch. Baumwolle benötigt sehr viel Wasser zum Anbau. Hanf bildet auch sehr lange Wurzeln und lockert den Boden auf, d. h. er wird auch oft in Landwirtschaft eingesetzt um den Boden aufzulockern und später dann das verbesserte Land für andere Pflanzen zu nutzen.

In der Schiffahrt ist Hanf von großer Bedeutung: die Fasern sind extrem stabil, strapazierfähig und langlebig. Die Taue der Segler waren bis zur Umstellung auf Kunstfasertauer aus Hanf gefertigt. Und Windeln müssen ebenfalls viele hunderte Mal in die Waschmaschine eventuell in den Trockner und sollten auch mehr als ein Kind überstehen. Und da Hanf ja auch sehr, sehr viel Flüssigkeit aufsaugen kann (die Fasern quellen dann auf), ist diese Pflanze ein idealer Rohstoff für Windeln.

Nachteil: Hanf muss einfach mindestens 3 mal (besser noch öfter) gewaschen werden, bevor er wirklich was an Flüssigkeit saugt. Aber: je öfter die Windeln/Einlagen gewaschen werden, umso besser werden sie.

Hanf kann bis zum 95°Grad gewaschen werden, ist aber auch von Natur aus schon antibakteriell und behält diese Eigenschaft auch sehr lange. Windeln aus Hanf können in den Trockner, schrumpfen aber etwas ein.
Ich empfehle Ihnen zum Waschen die Flüssigwaschmittel von Ulrich, Sonett oder Ecover. Zum Thema Waschmittelpulver, habe ich Ihnen hier reinen Text der Firma Didymos eingestellt:

Noch ein weiterer Hinweis der Firma Didymos  zum Waschen:

Hanf und Leinen
robuste Fasern mit einem kleinen Schwachpunkt
Hanf ist eine sehr strapazierfähige Naturfaser. Sie wird traditionell überall da eingesetzt, wo es auf goße Haltbarkeit unter ungünstigen Bedingungen ankommt. Bekannt ist ihr Einsatz für Segel, Tauwerk und Zelte. Besonders haltbares Papier, zum Beispiel für Geldscheine, wird heute noch aus Hanf hergestellt. Und schon
Gutenberg druckte seine Bibel auf Hanfpapier. Auch die berühmten Hosen, die ein gewisser Levi Strauss für amerikanische Goldwäscher zusammennietete,
waren damals aus Hanfstoff und nicht, wie heute, aus Baumwolle. Um so mehr überrascht die Tatsache, dass man Hanfgewebe (und auch Leinen) durch falsches Waschen reativ schnell zerstören kann.

Das liegt am besonderen Aufbau der Hanffaser:
Hanf besteht aus Faserbündeln, wobei die einzelnen Fasern die Form feiner Röhren haben. Hanf nimmt bis zu 60 Gewichtsprozent an Wasser auf und quillt dabei um bis zu 30% auf. Beim Quellen vergrößern sich auch die Hohlräume. In diese können nun Feststoffe aus dem Waschmittel eingeschwemmt werden. Beim Trocknen und damit verbundenen Schrumpfen der Faser werden die Feststoffe eingeschlossen. Das eigentliche Problem stellt in diesem Zusammenhang das fein gemahlene Kieselgur dar, das pulverförmigen Waschmitteln als Rieselhilfe zugesetzt wird. Mit jedem Waschgang wird das feine mineralische Pulver in die Kapilaren eingetragen. Beim Trocknen schrumpft die Faser und die Hohlräume verengen sich wieder. Da die eingelagerten Feststoffe nicht schrumpfen, sprengen sie die feinen Röhren. Das Gewebe wird dann, brüchig und löst sich schließlich auf.
Für Flachs (Leinen) gilt das gleiche, wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Auch die Leinenfaser ist eine Röhre, sie nimmt allerdings nicht so viel Wasser auf und quillt daher nicht ganz so stark, wie die Hanffaser. Hanf und Leinen sollten daher ausschließlich mit füssigen Waschmitteln gewaschen werden, die keine unlöslichen Feststoffe enthalten.

Quelle: www.didymos.de

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