Es ist ja so bitterkalt und meine kleine Tochter hat als einzige von uns noch keine Wolldecke. Der Wollschlafsack wird zu klein und darum habe ich den Plan gefasst eine Wolldecke zu nähen. Kürzlich wurde auch darüber im Naturwindel-Forum eine Diskussion darüber. Und heut möchte ich meine Erfahrungen mit Euch teilen.

Dieses Material habe ich für die Wolldecke benötigt

  • Wollvlies
  • Außenstoff
  • Heftgarn & Heftnadel
  • Quiltnadeln für die Nähmaschine
  • Garn

Ich habe mir 1 kg Wollvlies bestellt
und so sieht das Wollvlies bei der Anlieferung aus:

Dazu einen alten IKEA Bettbezug den ich ausgebreitet und an den Seiten aufgeschnitte habe:

So habe ich die Decke genäht

Das Wollvlies auf den Stoff auflagen Die einzelnen Lagen des Wollvlies lassen sich sehr leicht abziehen. Das Vlies also nur ganz leicht anheben und vorsichtig abnehmen. Nicht mit Gewalt, damit erreicht man bei Wolle das Gegenteil. Wie heisst es? “Mit leichterHand”. Diejenigen die filzen die kennen das schon.

Zweite Stofflage darüber klappen Wenn das Vlies schön auf dem unteren Stoff verteilt ist, wird die zweite Stofflage darüber geklappt.

Heften, heften, heften Wie bei einem Quilt müssen alle 3 Lagen miteinander verbunden werden. Da soll ja nichts verrutschen. Um ganz sicher zu gehen, habe ich ganz viel geheftet.

Die Wolldecke nähen Bisher habe ich noch keine Decke oder einen Quilt genäht und noch keine Erfahrung damit. Aber für das Nähen habe ich mir mal dicke Quiltnadeln von Schmetz besorgt (gibt es auch von Organ). Diese Nadeln waren auch wirklich notwendig! Denn die Auflage war sehr dick.

Und jetzt wird genäht und ich habe einen normalen Stich genommen.
(Gerade) Stichlänge auf das Maximum eingestellt und die Fadenspannung (oben) etwas gelockert. Die Wolle lässt sich zusammenpressen, so ging das ganz gut.

Natürlich musste ich nochmals was auftrennen, da es einfach VIEL zu schief war. Noch schiefer als auf dem Foto.
Zum Schluß bekamen die Seitennähte noch eine Behandlung Und so ist die Decke fertig!

Fazit:

Das Nähen war erfolgreich und es gibt jetzt eine (günstige) Wolldecke für das Kind. Natürlich sieht sie lange nicht so schick aus wie eine gekaufte - ist aber wie gesagt wesentlich günstiger.

Doch ich würde auch noch was ändern beim nächsten Mal:

  • Das 1 kg Wollvlies auf eine viel größere Fläche verteilen, der Randabstand zum Bettbezug war viel zu groß (ca. 30 cm an den Seiten).
  • Die Steppung in Rauten ist nicht meine Stärke, einfache Karos müssen genügen.
  • Und beim nächsten Mal dann vielleicht doch lieber zwei dünnere Decken nähen, die dann miteinander verbunden werden, entweder Bänder oder natürlich SNAPS 🙂

Nachtrag:

Mittlerweile habe ich noch etwas aufgetrennt, damit wird die Decke lockerer und das nächste Vlies liegt bereit. Diesmal habe ich dem Lieferanten aber mitgeteilt, dass ich eine Decke mache. Und so bekam ich das Vlies etwas anders zugeschnitten geliefert.

Die Decke wärmt wunderbar übrigens wunderbar!