Ofenhandschuhe sind super praktisch und ich habe mir schon vor ein paar Jahren welche genäht. Schließlich sind meine Brote und die Bleche mit den selbst gebackenen Sonntags-Brötchen sehr heiß, da schützen sie gut vor Verbrennungen.

Sie lassen sich aber auch ganz schnell und einfach nähen und eignen sich somit:

  • als schnelles Geschenk auf den letzten Drücker;
  • ein Geschenk das auch Nähanfänger (gerade auch Kinder) erfolgreich meistern;
  • und natürlich werden liebevoll genähte Ofenhandschuhe auch bei ganz vielen Kirchen- oder Vereinsbasaren gerne gekauft.

Der Aufwand - sowohl von Zeit als auch Material - ist überschaubar. Wichtig ist nur ein einfaches Schnittmuster und vor allem die Wahl des isolierenden Stoffes.

Es ist wirklich völlig simpel und einfach - und da wir jetzt aktuell kurz vor Weihnachten sind - ist es auch noch ein guter DIY-Weihnachtstipp:

Schnittmuster

Du malst Dir den Handschuh selber auf. Dafür benötigst Du ein normales DIN A4 Blatt und ummalst Deine Hand so groß wie möglich. Am Besten verlängerst Du danach die untere Kante noch um ca. 2-3 cm. Es gibt aber natürlich auch einige kostenfreie Schnittmuster im Netz zu finden, weiter unten verlinke ich Dir zwei Beispiele.

Material / Stoffe für den Ofenhandschuhe

  • Baumwollwebware
  • Vlies
  • eventuell Schrägband
  • Garn
  • Nadeln oder Stoffclips
  • Garn

Die meisten von uns Näherinnen haben genügend Stoffreste übrig. Und ein gepatchter (also aus Stoffresten) genähter Handschuh sieht toll aus.

Das Vlies könnte für die meisten schon eher eine Herausforderung sein. Ich erstelle gerne Quilts, darum habe ich immer auch Vliesreste übrig. Meine ersten Handschuhe und Topflappen habe ich also mit ganz normalen Quiltvlies gemacht, manchmal doppelt gelegt. Vor allem im vorderen Bereich des Ofenhandschuhe denn damit packe ich ja die heißen Bleche und Töpfe an.

Vor kurzem habe ich jedoch für unseren Shop Insul Fleece Insul Fleece von Legacy entdeckt. Und das ist wirklich toll! Das Vlies hat auf einer Seite einen metallisierten Polyesterfilm. Diese silberne Seite sieht total starr aus - ist aber ganz weich und raschelt auch nicht. Das Vlies eignet sich also für ganz viele Nähprojekte die eine isolierende Wirkung haben sollen. Mit Insul Fleece lassen sich z. B.

  • Topflappen
  • Topfuntersetzer
  • Lunchbags die kühlen oder warmhalten sollen
  • Kannen- und Flaschenisolierungen
  • Krabbeldecken
  • Picknickdecken
  • Outdoorkissen

und noch viele andere Dinge nähen.

Dieses Vlies habe ich bei meinen Handschuhen nur für den vorderen Bereich doppelt genommen und das isoliert wirklich hervorragend!

So wird der Handschuh genäht

Im Grunde genommen ist es total simpel:

Für den Außenhandschuh den bunten Stoff rechts auf rechts legen und den Handschuh 2x zuschneiden.

Das gleiche mit dem bunten Stoff für den Innenhandschuh machen.

Dann das Insul Fleece doppelt legen und ebenfalls 2x zuschneiden. Hier aber noch den oberen Bereich 2x zuschneiden.

Jetzt diesen kleinen Vlieszuschnitt auf die kompletten Vliesteile und nun die Vliesstoffe auf die linken Seite des äußeren Stoffes legen und feststecken.

Diese Handschuhteile jetzt nach Belieben mit der Nähmaschine quilten. Einfach nur gerade Nähte kreuz und quer reicht aus. Wer ganz sicher gehen möchte kann den Vliesstoff auch mit Sprühkleber fixieren. Diese Stoff-Sprühkleber verlieren nach einiger Zeit ihre Klebekraft und verschwinden komplett nach dem ersten Waschen. Ich verwende diesen Sprühkleber immer für meine Quilts.

Danach die gequilteten Teile rechts auf rechts legen und an der Außenkante nähen. Die untere Kante (Öffnungen) bleibt natürlich offen. Die Nahtzugabe knapp zurückschneiden, dabei an den Rundungen eventuell kleine Einschnitte machen. Achtung aufpassen das nicht zu knapp abgeschnitten wird! Jetzt die Handschuhe auf die rechte (schöne) Seite umkrempeln.

Den Stoff für die Innenhandschuhe nun einmal rundherum zusammennähen. Achtung die untere Kante und eine Wendeöffnung von ca. 5 cm an einer der langen Seiten offen lassen. Die Nahtzugabe knapp zurückschneiden, dabei an den Rundungen eventuell kleine Einschnitte machen.

Ich habe dann wie folgt weitergemacht: den Innen- und den Außenhandschuh rechts auf rechts gestülpt und an der unteren offenen Kante das Futter mit dem Außenstoff vernäht.

Jetzt kommt das Anstrengendste: durch die Öffnung im Innenfutter wird der äußere Teil ausgekrempelt. Immer etwas lästig, aber schön langsam machen damit keine Nähte aufreissen und irgendwann ist auch das fertig.

An dieser Stelle kannst Du jetzt mal das Innenfutter schön bügeln und dabei an der offenen Stelle den Stoff nach innen fassen. Dann die Wendeöffnung schließen.

Schließlich das Innenfutter nach innen stülpen und von außen die untere Öffnung absteppen.

Und fertig sind die Handschuhe!

Du siehst also - es geht sehr einfach und unkompliziert, es lassen sich sehr gut Stoffreste verwenden - und die einzige Herausforderung ist das Thermovlies. Und da würde ich wirklich ein solches Spezialvlies verwenden wie z. B. Insul Fleece denn das hält die Hitze zuverlässig ab.

Viel Spaß beim Nähen,

Sabine

Und hier noch die zwei versprochenen Links: Fertige Schnittmuster findest Du z. B. auf den Blogs von Bernina oder Frau Fadenschein. Ein etwas kompliziertes Schnittmuster gibt es bei Patydoo.