Ich bin jetzt schon seit einigen Jahren Mutter (das älteste Kind fängt gerade mit dem Führerschein an) und trotzdem lerne ich immer und immer wieder dazu. In den letzten Jahren habe ich mich mit dem Thema Ätherische Öle immer tiefer auseinander gesetzt und dabei gelernt, dass diese nicht nur gut riechen, sondern auch wirklich starke, medizinische Wirkungen haben. Früher dachte ich eher, die ätherischen Öle riechen halt gut und mir war nur sehr vague klar, welche Wirkung sie haben können. Da lichten sich aber die Schleier immer weiter und ich bin immer wieder erstaunt was diese Öle alles bewirken können. Bei richtiger Anwendung sehr positiv, bei falscher Anwendung aber natürlich auch negativ.

Heute möchte ich zwei ätherische Öle und Hydrolate vorstellen, die meiner Familie in den letzten Wochen bei unterschiedlichen Verletzungen sofort und auch sehr gut geholfen haben.
Und ich finde diese Öle/Hydrolate sollten in jede Hausapotheke einziehen! Gerade bei Familien mit Kindern und sportlich aktiven Menschen.

Es geht um die Pflanzen

  • Cistrose = als blutstillendes und antiviral wirkendes Öl
  • und Immortelle Helichrysum italicum = als Ersthelfer bei stumpfen Verletzungen und zwar entweder als Öl oder als Hydrolat

Beide Pflanzen haben verblüffend schnelle Wirkungen und können auch schon bei kleinen Kindern verwendet werden. So kann man sich den Weg zum Arzt

Cistrose (Cistus ladanifer)

Ein Öl mit einem sehr gewöhnungsbedürftigen Duft. Aber mit einer unglaublichen Wirkung: es ist sooo hilfreich bei Schürfwunden, offenen blutenden Wunden - denn ist ein absoluter Blutstiller! Die Pflanze braucht viel Sonne und wird oft in Griechenland oder Portugal angebaut. Die Blüten sehen aus wie die der wilden Heckenrose - botanisch gesehen gehört die Cistrose (Zistrose) aber nicht zu den Rosengewächsen, sondern zu den Cistusgewächsen.

Wirkung:

Die weißen zerknitterten Blüten haben einen dunkelroten Fleck - und wenn man das jetzt symbolisch übertragen möchte, dann steht dieser leicht zerlaufene Fleck

  • für die Blutstillung bei Verletzungen (Schürfwunde, Schnitte, Blutergüsse)
  • und die zerknitterten Blätter dafür, dass das ätherische Öl auch bei juckender Haut, Windpocken, Ekzemen, Neurodermitis eingesetzt werden kann.

Bei Kindern ab ca. 3 Jahren kann es auch schon pur angewendeten werden (1 Tropfen!), ganz hervorragend ist aber eine Mischung mit z. B. Immortelle und Lavendel.

Immortelle (Helichrysum italicum)

Volkstümlich wird es auch Currykraut oder Strohblume genannt. Es gibt übrigens ungefähr 500 Immortellenarten, aber nur eine knappe Handvoll werden therapeutisch genutzt. Daher bitte auf den lateinischen Namen achten!
Auch die Immortelle riecht ein wenig “streng” und gewöhnungsbedüftig. Das frische Kraut errinnert an den Geruch eines Currygewürzes - es ist aber gar kein Bestandteil einer asiatischen Currymischung. Die Blüten können sind wunderhübsche kleine gelbe Knöpfchen und bleiben auch getrocknet goldgelb. Daher ist die Pflanze auch ein beliebter Bestandteil in Trockengestecken und hat daher den Namen “Strohblume”.

Wirkung:

Das Öl und das Hydrolat werden in Frankreich auch “Superarnika” genannt. Auf Korsika ist es z. B. sehr bekannt als Heilöl. Seine starke Wirkung kommt das den Inhaltstoff Italidion und bewirkt eine schnelle schnelle Auflösung der Blutergüsse und weniger Schwellungen.

  • Die Immortelle ist der Ersthelfer bei stumpfen Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen und daraus entstehenden Schwellungen (oder auch bei Zerrungen und Verstauchungen.)
  • Aber es kann auch bei kleineren Schürfwunden verwendet werden.
  • Nach frischen postoperativen Wunden.
  • Weitere Verwendung kann es bei juckender Haut finden,
  • Arthritis
  • oder auch bei Keuchhusten, Bronchitis,
  • sowie seelischen Traumata, nervöser Erschöpfung,
  • und noch bei einigen anderen Beschwerden.

Je nach Einsatz wird das Öl direkt auf die Haut aufgetragen oder in einer Mischung oder auch in Bädern oder Duftlampen.

Imortellenhydrolat
Bei der Wasserdampfdestillation der Immortelle entsteht einmal das ätherische Öl und das sogenannte Hydrolat (Pflanzenwasser). Bei der Destillation entsteht immer nur eine sehr kleine Menge an ätherischem Öl und daher ist dieses auch sehr teuer. Das entstehende Hydrolat ist preisgünstiger - und nicht weniger gut! Daher ist es schon fast essentiell in einem (sportlichen) (Familien-)Haushalt Immortellenhydrolat griffbereit im Kühlschrank zu lagern, bei Ausflügen in die erste Hilfe Tasche zu packen und bei der Hand zu haben. Bei einer akuten Verletzung kann das Immortellenöl entweder pur auf die Wunde gestrichen werden (1 Tropfen reicht!) oder aber wieder in einem fetten Pflanzenöl verdünnt angewendet werden.

Meine praktische Anwendung:

Wir hatten (leider) in den vergangenen Wochen ein paar Unfälle: ein Kind hat sich den kleinen Zeh böse angestossen, dieser schwoll an. Das Kind hat das erst am nächsten Morgen erzählt - und trotzdem half dann 1 Tropfen Immortelle pur sehr schnell die Schwellung zum abklingen zu bringen und am Abend war alles wieder gut. Mein Mann hat sich beim Holzhacken ganz blöde an der linken Hand verletzt. Das blutete ziemlich heftig und die Wunde war doch tief. Hier half das Immortellenhydrolat plus unverdünntes Cistrosenöl - die Blutung war schnell gestillt und die nächsten Tagen haben wir es mal mit dem Immortellen-Öl und danach mit Immortellenhydrolat plus einer Ölmischung eingerieben. Sehr schnell und gut verheilt.

Und heute bin ich beim Joggen gestürzt. Im Wald auf einem Schotterweg und habe mehrere kleinere Schürfwunden und Prellungen erlitten. Zuhause erstmal die Wunden gereinigt, dann mit dem Immortellenhydrolat besprüht und mit einem SOS-Öl behandelt. Der Unterschied zwischen vorher und nach ca. 2 Stunden später ist mal wirklich wieder sehr verblüffend. In den darauf folgenden Tagen habe ich immer wieder etwas von einer SOS-Ölmischung darauf verteilt und zwischendurch auch mit Rosenhydrolat besprüht. Die Wunde an der Leiste ist wie eine Verbrennung (kommt wohl das durch Schlittern auf dem Boden mit den Kunstfasernlaufklamotten). Aber geschwollen ist nichts und auch die blauen Flecken sind sehr, sehr gering.

Mischung für den Notfall

Es gibt ja viele ätherische Öle die bei Wunden helfen. Viele Öle haben antientzündliche, antibakterielle und pilzabtötende Eigenschafen. Manche wirken auch gegen Viren. Wie gesagt, Cistrose und Immortelle sind für mich mittlerweile nicht mehr wegzudenken, aber auch Lavendel, Kamille blau, Teebaum, Pfefferminz, Manuka und noch viele mehr können die Wundheilung positiv beeinflussen.

Eine bewährte Mischung sind jeweils zu gleichen Teilen Immortelle, [Cistrose]( https://www.1bis3.de/Aetherische-Oele/Aetherische-Oele/Cistrose-bio-5-ml::5550.html, Lavendel fein und Manuka mischen. Im Notfall kann davon 1-2 Tropfen sofort auf die Wunde gegeben werden (stumpfe Verletzung, kleinere Schnitte oder Schürfwunden).
Allerdings wäre es besser bei Kleinkindern diese Mischung mit einem fetten Pflanzenöl zu verdünnen. So lauten die Empfehlungen z. B.

Auf 30 ml Trägeröl - z. B. Johanniskrautöl oder Jojobaöl kommen

  • 6 Tropfen ätherische Öle für Kinder von 1-3 Jahren (1% Mischung)
  • 9 Tropfen ätherische Öle für Kinder von 3-6 Jahren (1,5% Mischung)
  • 12 Tropfen ätherische Öle für Kinder von 6-10 Jahren (2% Mischung)
  • und ab 10 Jahren können dann auf die 30 ml 18 Topfen verwendet werden. Das ist dann schon eine 3%ig Mischung.

Wenn also eine Mischung aus mehreren Ölen gemacht wird, dann darf die *Gesamtmenge der ätherischen Öltropfen die angegebenen Zahlen nicht übersteigen. Die geöffneten ätherischen Öle sollten außerdem nicht älter als 2 Jahre sein.

Praktische Tipps und viele Rezepte finde ich in meiner immer größer werdenden Auswahl an Aromatherapie-Büchern. Ich stelle demnächst mal ein paar Bücher genauer vor.

Bleibt gesund!