In den letzten Tagen war es sehr warm und feucht, also ideale Voraussetzungen für die von uns so ungeliebten Stechmücken. Aber auch Zecken oder Motten rufen bei uns nicht unbedingt Freudenschreie hervor. Es gibt aber ganz viele ätherischen Öle die uns helfen entweder diese Insekten abzuwehren oder aber damit verbundene Schäden zu lindern. Daher habe ich mir überlegt in den nächsten Monaten eine lose Serie zu schreiben, welches ätherisches Öl hilfreich sein kann: Was schützt gegen Mückenstiche, oder Kleidermotten etc. Aber erstmal ein paar allgemeine Informationen

warum ätherische Öle überhaupt Insekten abwehren können.

Ätherische Öle bestehen aus unterschiedlichen Bestandteilen und mittlerweile hat man herausgefunden das diese Duftbestandteile vielfältige Aufgaben übernehmen. Teilweise dienen sie dazu innerhalb der Pflanze bestimmte Botschaften an anderen Pflanzenteile zu übermitteln oder auch mit der Nachbarpflanze zu “reden”. Es ist zum Beispiel bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen das Mais die Substanz Indol bildet wenn ein paar Blätter durch einen Schädling beschädigt werden. Dieser (unangenehm riechende) Duftstoff alarmiert dann weitere Blätter der Maisplanze, daraufhin wird das Immunsystem des Maispflanze aktiviert und so setzt sie sich gegen den Schädling zu Wehr. Es werden so auch die benachbarten Pflanzen gewarnt. Es klingt wirklich unglaublich, aber es hier nachzulesen.

Duftstoff Maispflanze

Ätherische Öle können vor Krankheiten schützen (Viren, Pilze, Bakterien) aber auch einen Schutz vor Hitze oder Kälte geben. Sie können Flüssigkeiten umverteilen, oder unterstützen die Wundheilung.

Interessanterweise sind auch viele Insekten in der Lage Duftmoleküle zu produzieren die eigentlich aus den ätherischen Ölen bekannt sind. So machen es sich viele Pflanzen auch diese Eigenschaft zu Nutze und können eben Insekten für die Bestäubung anlocken oder aber eben Schädlinge (Fraßfeinde) abzuwehren.

(Und auch wir Menschen reagieren auf diese Duftmoleküle - aber das ist ein eigener Blogbeitrag wert )

Wir können nun also die Eigenschaften der Insektenabwehr mit Hilfe von ätherischen Ölen nutzen und uns damit vor Motten, Mücken, Zecken, etc. schützen. Ohne künstlich, synthetisch hergestellte Mittel zu verwenden.

Dabei gibt es eine Reihe von ätherischen Ölen die eine hohe Konzentration einiger Duftstoffe haben die sich als besonders wirksam herausgestellt haben.

So mögen viele Mücken überhaupt nicht:

  • Citral,
  • Citronellal
  • Citronellol
  • Geraniol

Diese Wirkstoffe sind z. B. in folgenden ätherischen Ölen enthalten.

Citronella (Cymbopogon nardus) hat nichts mit Zitronen zu tun, es ist ein tropisches Grass und eng mit dem bekannten Lemongrass verwandt. Der entscheidende enthaltende Wirkstoff heisst auch gleich Citronellal und dieses wird von Insekten und v. a. Mücken regelrecht verabscheut. Daher findet sich dieser Duftstoff in vielen fertigen Mückensprays oder Anti-Mücken-Kerzen.

Lemongrass (Cymbopogon flexuosus): sehr unbeliebt bei Stechmücken, denn es enthält Citral, Geraniol, Citronellol, Linalol

Palmarosa (Cymbopogon martinii var. motia) Ebenfalls ein Gras und hier sind Citral sowie Geraniol enthalten

Eukalyptus citriodora (Zitroneneukalyptus): ACHTUNG: es gibt noch Eukalyptus globulus - dieser ist sehr bekannt bei Erkältungen. Der Eukalyptus citriodora riecht milder und zitrusartiger, ist für Kinder besser geeignet und enthält auch wieder Citronellal sowie Geraniol.

Rosengeranie (Pelargonium Graveolens): enthält ebenfalls Geraniol und Citronellol.

Dann gibt es noch Wirkstoff die anti-Mikrobiell wirken wie z. B. Linalool. Dieses tötet Hefe- und Fadenpilze ab und ist z. B. in Lavendel fein oder aber Lavandin enthalten.

Dazu kommen noch ätherische Holzöle. Diese enthalten Sesquiterpenen und irritieren viele Insekten, denn diese Gerüche ähneln bestimmten Abwehr- oder Lockstoffen von Insekten.

Hier empfehlen sich besonders:

Zeder (entweder Atlas-Zeder = Cedrus atlantica)oder die Himalaya-Zeder = Cedrus deodora

Aber auch Sandelholz (Santalum album) oder Patchouli (Pogostemon cablin) eignen sich sehr gut.

Jetzt aber bitte nicht sofort losstürmen und pure, ätherischen Öle auf die Haut auftragen! (Das ist wirklich wichtig: fast alle ätherischen Ölen dürfen NIEMALS unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden! Ein Ausnahme ist z. B. Lavendel fein!)

In den nächsten Folgen gibt es praktische Tips & Hinweise wie sich unterschiedliche Öle auf der Haut, in der Luft, im Duftbrunnen verwenden lassen.

Die alternativen Mittel /Mischungen halten natürlich nicht so lange und müssen somit öfter aufgetragen werden. Aber dazu kommen wir auch in einer späteren Folge.

Sabine Bauer