Pflanzendrinks (auch Nuss- oder Hafermilch genannt) werden immer beliebter.
Viele Leute möchten oder können keine tierische Milch (mehr) trinken bzw. versuchen den Milchkonsum zu verringern. Sei es aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen. Und manchen Menschen schmeckt Kuhmilch auch einfach nicht.

Die Auswahl an pflanzlichen Alternativen ist mittlerweile riesig groß geworden. Es gibt Milchalternativen aus Mandeln, Haselnüssen, Buchweizen, Cashewnüssen, Hafer, Dinkel, Reis, Soja, Hanf, …. Oder gemischt. Bisher sind die meisten Drinks im Tetrapack erhältlich, ganz langsam gibt es wohl auch Anbieter die Glasflaschen anbieten. Ob die im Pfandsystem sind, weiß ich aber gar nicht. Auf jeden Fall leider wieder ein Haufen Müll der entsteht - vor allem wenn man bedenkt, dass der größte Teil des Inhalts aus - Wasser besteht.

Aber die Pflanzenmilch (so nenne ich sie jetzt unkorrekterweise) lässt sich oft ziemlich gut selber herstellen. Und ist dann auch oft günstiger als schon fertig hergestellt.

Was auf jeden Fall IMMER benötigt wird:

Je nach Geschmackswunsch entweder

  • Mandeln / Haselnüsse / Buchweizen / Cashewkerne / Hanfsamen / Getreideflocken (Hafer, Dinkel) oder Getreidekörner
  • Wasser
  • 1 Prise Salz
  • Und wenn gewünscht: 2-3 Datteln (bringt Süße rein), vielleicht Vanille oder etwas Zimt
  • Ein Mixer
  • Ein Nussmilchbeutel (oder ein feines Passiertuch)
  • Großer Behälter
  • Flasche zum Aufbewahren

Je nach Rezept und Geschmackswunsch werden zwischen 70-150 Gramm an Nüssen/Getreide auf 1 Liter Wasser benötigt.

Und so wird die Pflanzenmilch zubereitet:

Nüsse / Mandeln / Saaten für einige Stunden in Wasser einweichen (eventuell über Nacht). Danach in einem Sieb abschütten und mit klarem Wasser nachspülen. In den Mixer geben, mit ca. 1 Liter Wasser auffüllen, Salz dazu und auf hoher Stufe möglichst schnell und möglichst fein zerkleinern.

Den Nussmilchbeutel (oder das Passiertuch) in einen Krug mit weiter Öffnung oder eine Rührbecher stülpen oder aber ein Helfer hält den Beutel fest.

Tipp: den Beutel so verwenden, dass die Nähte aussen liegen. So verhindert man, dass sich Reste in den Nähten fest setzen. Jetzt die Pflanzenmilch in den Beutel geben und abseihen. Wer viel Geduld hat, befestigt die Kordeln des Beutels z. B. an den Türgriffen der oberen Küchenschränke. Und die Flüssigkeit kann nun langsam in den Behälter rinnen. Wer weniger viel Zeit hat, presst den Beutel zusammen bis nur noch ein ziemlich trockener Rest übrig bleibt.

Jetzt ist die Pflanzenmilch auch schon fertig und hält sich im Kühlschrank ca. 3-5 Tage.

Beutel reinigen

Den Beutel sofort unter fließendem Wasser auswaschen und gut trocknen lassen. Ab und zu können sie auch in der Waschmaschine gewaschen werden - aber gut, gut ausspülen lassen, keine Weichspüler und Duftstoffe benutzen. Eventuell könnten sonst Reste in den Drink kommen. Wer ganz sicher gehen möchte, kann den Beutel auch einfach nur in klarem Wasser in einem Topf auskochen.

Was mit dem übrig gebliebenen Mandelresten machen?

Sie können in Kuchen- oder Keksteig verbacken werden, sind aber auch lecker im Brotteig. Manche geben die Rest auch ins Müsli oder Smoothie.

Schnell gemachte Hafermilch / Haferdrink

Wer ganz schnell eine Pflanzenmilch benötigt, der nimmt feine Haferflocken. Die müssen nicht eingeweicht werden, sondern werden sofort mit dem Wasser und Salz im Mixer zerkleinert.

Der Nussmilchbeutel oder das Passiertuch (Abseihtuch)

Bei meinen ersten Versuchen habe ich die Flüssigkeit einfach durch ein Sieb laufen lassen. Dabei sind aber noch ziemlich viele kleine Teilchen mit in die Milch geronnen.

Also habe ich es erst mit einer gewaschen Mullwindel versucht. Ich habe aber nur die dicken, supersaugfähigen Mullwindeln. Zum Abseihen / Passieren eignen sich diese doppellagigen Mulltücher gar nicht so gut. Es blieb zuviel übrig, außerdem hat es mich genervt, dass das Tuch immer fast in den Krug rutschte.

Irgendwann habe ich mir dann einen sogenannten Nussmilchbeutel gekauft. Leider habe ich damals nur Beutel aus Kunstfaser gefunden. Nicht so schön, aber ich habe es dann gekauft. Und ich muss sagen: das funktioniert wunderbar.

Vor kurzem habe ich dann bei einem meiner Großhändler Nussmilchbeutel aus Bio-Baumwolleentdeckt - die gibt es jetzt natürlich bei uns im Shop. Diese Beutel haben sogar eine viel schönere Form - sie sind konisch. Oben breit und unten schmaler. Das ist natürlich noch mal handlicher, da muss man nicht die ganze Masse in eine Ecke schieben und drücken.

Und jetzt kommt ein Hack (oder Tipp):

Der Hersteller dieser Nussmilchbeutel bietet aus dem identischen Material auch Einkaufsbeutelchen für Obst & Gemüse an. Nur die Form ist anders, einfach nur eckige Beutel. Aber das Material ist das gleiche und somit könnten auch diese Einkaufsbeutel sehr gut dafür verwendet werden (denke ich mal).

Nussmilchbeutel selber nähen

Es gibt auch jede Menge Anleitungen diese Beutel selber zu nähen. Aber: der Stoff muss schon sehr leicht und gut durchlässig sein. Ich habe meinen (ziemlich großen) privaten und auch geschäftlichen Stoffvorrat durchgesehen: ich habe ehrlich gesagt keinen Stoff gefunden der fein genug war um daraus einen guten Beutel zu nähen. Alle Stoff sind so dicht gewebt, dass ich tolle andere Dinge nähen kann. Aber nicht die Nussmilchbeutel. Eine kostenfreie Nähanleitung gibt es hier bei Fluffstore

Ach ja - geschäumte Hafermilch etc.: das ist immer noch ein offenes Projekt bei mir. Bisher habe ich noch kein optimales Rezept gefunden mit dem ich es schaffe Hafermilch superschön aufzuschäumen. Es gibt ein paar Anbieter deren Barista-Drinks das versprechen und bei ein oder zweien hat das auch geklappt - aber da ist ja wieder das Problem mit dem Müll und den Zusatzstoffen. Wer also den ultimativen Tipp hat für selbstgemachte-schäumende-Hafermilch bitte melden!